1.Mai, Aktion, Demo

1. Mai ’19 | Feministischer Streik Block auf der revolutionären 1. Mai Demonstration

Kein Arbeitskampf ohne Feminismus – Kein Feminismus ohne Arbeitskampf

Wir, die FeminismusAG der iL nürnberg als Teil des FLINT* Komitees für einen feministischen Streik in Nürnberg, rufen zum Feministischen Streik Block auf dem revolutionären 1. Mai auf!

Auf dem revolutionären 1. Mai wird sich der zweite Lautsprecherwagen mit dem Thema feministischer/Frauen* Streik befassen. Wir wollen vor dem zweiten Lauti einen möglichst großen feministischen, lila Block auf die Beine stellen.

Dabei sollen die ersten Reihen aus FLINT* Personen bestehen, und die restlichen Reihen „all gender“ sein. Um einen gemeinsamen Ausdruck zu finden, wollen wir den Block in Lila gestalten. Es soll lila Transpis, lila Klamotten, lila Fahnen und Schilder geben.
Macht mit! Seid Teil des lila Blocks!

*FLINT: FrauenLesbenInterNonbinaryTransgender

Aufruf der FemAG iL
Feminismus AG der interventionistischen Linken Nürnberg

Streiks sind seit dem 19. Jahrhundert eines der wichtigsten Mittel im Arbeitskampf. Gleichzeitig dienen Streiks seit jeher nicht nur der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen, sondern auch politischer Ziele.

Anfang des Jahres 1917 kam es in Russland aufgrund der verheerenden Versorgungslage der Bevölkerung zu unzähligen Arbeitsstreiks, die sich zu einem politischen Generalstreik ausweiteten. Schließlich wurde der Petrograder Textilarbeiterinnenstreik am 23. Februar/8. März 1917 zum Auslöser für die Russische Revolution. In Erinnerung an diesen Tag und auf Bestreben Clara Zetkins wurde der 8. März wenige Jahre später zum Internationalen Frauenkampftag erklärt.
Arbeitskampf war also schon immer Frauenkampf. Und Frauenkampf war schon immer Arbeitskampf – allerdings nicht nur im Sinne von Lohnarbeit:
Frauen leisten seit Jahrhunderten sogenannte Reproduktionsarbeit, also unbezahlte Arbeit, die zur Erhaltung der menschlichen Arbeitskraft notwendig ist. Dazu gehören Haushaltsarbeit, Familienarbeit, Pflegearbeit, Beziehungsarbeit und so weiter. Reproduktionsarbeit ist unbedingt notwendig, um die stetig steigende kapitalistische Produktion zu gewährleisten.
Unsere Gesellschaft nimmt eine geschlechtsspezifische Unterscheidung zweier Sphären der kapitalistischen Wirtschaftsordnung vor. Dabei wird dem männlich gelesenen Bereich von Staat, Wirtschaft und Öffentlichkeit großer Wert beigemessen. Der weiblich gelesene Bereich der Privatsphäre und der Reproduktionsarbeit wird als unproduktiv gesehen und daher abgewertet.

Der Neokapitalismus geht noch einen Schritt weiter: Er ordnet weiterhin den Frauen den Bereich der Reproduktionsarbeit zu, bindet sie aber gleichzeitig in die Lohnarbeit ein, um die kapitalistische Produktion zu maximieren. Was daherkommt wie Emanzipation, ist in Wirklichkeit eine schwerwiegende Doppelbelastung. Von gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt kann dabei nicht die Rede sein.
Im Klartext: Frauen leisten in unserer Gesellschaft drei Viertel der unbezahlten Reproduktionsarbeit. Diese wird nicht als Arbeit anerkannt und unsichtbar gemacht. Von Frauen wird verlangt, dass sie Karriere machen, den Haushalt schmeißen, die Kinder erziehen und dabei bitte noch schön aussehen. Trotzdem oder gerade deshalb werden sie im Schnitt wesentlich schlechter bezahlt als cis-Männer, haben deutlich schlechtere Arbeitsbedingungen und sind viel öfter von Armut betroffen.

Der 1. Mai als internationaler Kampftag der Arbeiter*innenklasse darf sich daher nicht nur auf Lohnarbeit, sondern muss sich genauso auf Reproduktionsarbeit beziehen.

Wir fordern die Anerkennung und Umverteilung von Reproduktionsarbeit sowie gleiche Versorgung und Arbeitsbedingungen für alle Geschlechter! Weil wir glauben, dass diese Forderungen innerhalb der bestehenden Verhältnisse nur bedingt umsetzbar sind, rufen wir außerdem zum Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus auf!
Frauen und ihre Arbeit werden seit Jahrhunderten durch patriarchale kapitalistische Strukturen ausgebeutet. Geschlechterungerechtigkeit und die fundamentalen Zwänge der Lohnarbeit müssen daher zusammengedacht werden. Für uns steht fest: Kein Arbeitskampf ohne Feminismus, kein Feminismus ohne Arbeitskampf.

Wir arbeiten für das Jahr 2020 auf einen großen politischen Frauen- und Queers-Streik bundesweit und in Nürnberg hin. Ganz bewusst wählen wir für unseren politischen Ausdruck den Streik als historisches Mittel des Arbeitskampfes. Auf diese Weise wollen wir deutlich machen, wie eng die Unterdrückung von Frauen und Queers mit Konzepten und Wertordnungen von Arbeit verstrickt ist.

Für einen feministischen 1. Mai!
Für einen FLINT*Streik! #feministischerStreik #Frauen*Streik

Die FemAG iL nürnberg
Kontakt: femAGiL@riseup.net
Facebook: Interventionistische Linke Nürnberg
Homepage: Interventionistische Linke Nürnberg

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