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7. März ’20 | Feministische Nachttanzdemo #reclaimthenight

Nach bereits zwei Nächten im Streikzelt riefen wir für Samstagnacht zu einer Nachttanzdemo auf, unter dem Motto ‚reclaim the night‘ – die Nacht gehört uns allen!
Die Demo, mit etwa 300 Menschen, kann auch als Vorabend Demo zur großen 8. März Demo am nächsten Tag gesehen werden.

Kurze Röcke, fette Bässe, Macker kriegen auf die Fresse!
Reclaim the night – Nachttanzdemo am 07.03. von 21.30 bis 00.00 Uhr

Route: Gewerbemuseumsplatz – Köngistorgraben – Hallpatz – Kornmarkt – Jakobswache (Weißer Turm) – Ludiwgsplatz – Josephplatz – Kaiserstr. – Lorenzkirche

Laut und bunt und vorallem tanzend und singend liefen wir Samstag Nacht durch die Innenstadt von Nürnberg – geführt von einem leuchtenden, schön geschmückten Lautsprecherwagen, begleitet von Frauen und Queers durch Moderation, Musik, eigenen Liedern, Jingles, Awareness Team und Ordner*in!

Zunächst, als wir uns versammelt hatten, legten wir eine Minute des Schweigens ein und gedachten Ivana Hoffmann, die am 7. März 2015 im Alter von 20 Jahren  im bewaffneten Kampf gegen den IS ums Leben kam.
Wie bereits durch das Streikzelt die Tage vorher schon ersichtlich, sowie auf der Nachttanzdemo zu erkennen steht unser feministischer Protest in Solidarität mit allen Kämpfenden der kurdischen Freiheitsbewegung. Solidarität mit der YPJ und YPG! Jin Jiyan Azadî – Frauen leben Freiheit!

Nach der kraftvollen Eröffnungsrede vom FLINT* Komitee bewegte sich kämpferisch die Demo die große Straße entlang, vorbei an den Innenstadt Clubs. Nicht selten stoppten die Passant*innen oder kommentierten die draußen stehenden Party- und Feier Menschen unsere Demo. Wir zogen singend, rufend und tanzend durch die engen Gassen, stoppten aber auch zeitweise den Verkehr größerer Straßen. Nach zwei live Rap Einlagen am Jakobsplatz zog die Demo laut und in farbigen Rauch gehüllt durch die Innenstadt zum Streikzelt vor die Lorenzkirche. Dort durften wir dann zwei Redner*innen von Arsch&Frida hören, einem feministischen Veranstaltungskollektiv, bezüglich der Dringlichkeit feministischer Räume im subkulturellen Räumen sowie im Party- und Nachtleben.
Die letzten Minuten bis 00.00 wurde getanzt und gefeiert bis wir schließlich um Mitternacht den internationalen Frauen*kampftag mit Kochtöpfen und -löffeln, Parolen und Schreien ‚einläuteten‘, bzw. schlugen!
So standen laut lärmend über 200 Menschen vor dem Streikzelt – es war eine einzigartige und kämpferische Stimmung! Nach dem im Hintergrund um 00.00 ein Feuerwerk startete, verließen uns auch die einzigen Streifen- und Begleitpolizist*innen und wir konnten in harmonischer Stimmung die Demo ausklingen lassen.

Wer ist wir – wer hat die Nachttanzdemo veranstaltet?
Wir sind das FLINT*Komitee aber insbesondere sind es viele Einzelpersonen und andere Gruppen/Zusammenhänge, die die Demo gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Die AG ‚Nachttanzdemo‘ entstand auf unserem Aktionstreffen Mitte Januar, bei dem sich mehrere Menschen der Planung angeschlossen haben.
Vielen Dank an die Organisator*innen und diejenigen, die die Durchführung möglich gemacht haben.
Dies gilt insbesondere der Moderation, der DJ, der Technikerin, dem Awareness Team, den Ordner*innen, den Lauti Schmückenden, der Mobilisierung im Vorfeld und den vielen anderen, die uns unterstützt haben!

Warum eine Nachttanzdemo?
Demo Aufruf:

Feiern gehen könnte so schön sein. Spaß haben, sich gehen lassen, zusammen mit Freund*innen, alleine oder mit Menschen, die wir bisher noch nicht kannten. Doch vor allem für Frauen* und Queers ist die Realität oft gar nicht schön. Ständige Sexualisierung und Beurteilung durch Andere, die Kleidung, die Bewegungen, das Aussehen. Blöde Sprüche, Anmachen, Kommentare, Grenzüberschreitungen. Clubs, die genau das als Konzept haben. Immer das Gefühl haben, aufpassen zu müssen. Mal „aus Spaß“ an den Arsch gefasst bekommen.
Nein Mann, nichts davon ist Spaß! Wir haben keinen Bock mehr auf sexistische Feierkultur und Gewalt! Wir haben Bock auf feministisch feiern.
Unsere Röcke sind genau so lang oder kurz wie wir es schön finden. Wir tanzen, weil es Spaß macht, sich im Rhythmus zu bewegen, und nicht um jemandem zu gefallen. Wir holen uns die Nacht zurück!
Lasst uns den Sexismus im Nachtleben bestreiken und betanzen.
RECLAIM THE NIGHT

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