8.März, feministischer Streik, Klima Streik, Klimacamp, Streikzelt

6. – 7. März ’21 | Feministisches Streikzelt ‚Lilacamp goes Klimacamp‘

Für 24 Stunden werden wir gemeinsam mit den Aktivisti und Genoss*innen vom Klimacamp Nürnberg ein feministisches Streikzelt bespielen. Das Klimacamp wird von ihnen bereits seit über 150 Tagen verteidigt und damit ihr Protest gegen die Klimakatastrophe.
Feminismus braucht Klimagerechtigkeit. Klimagerechtigkeit braucht Feminismus. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit und Solidarität #Kämpfeverbinden!

Von Samstag 13 Uhr bis Sonntag 13 Uhr ist der feministische Streik beim Klimacamp Nürnberg (Sebalder Platz 5, Hinter der Sebalduskirche).
Schaut vorbei und trefft uns, die Aktivisti*innen vom FLINTA*Komitee für den feministischen Streik und vom Klimacamp. Lernt uns kennen, es liegt Infomaterial aus und es wird ein paar Programmpunkte geben.

Die Teilnehmer*innenzahl auf dem Camp ist beschränkt, gerne könnt ihr aber beim Infotisch vorbeischauen!
Für Programmpunkte können extra Kundgebungen neben dem Camp angemeldet werden, damit wir den nötigen Abstand gewähren können.
Unser Hygienekonzept entspricht dem vom Klimacamp, das ihr hier lesen könnt.
Bitte tragt Mund und Nasenschutz, haltet Abstand und haltet euch an die dort geltenden Bestimmungen.

Am Streikzelt und drum herum

Samstag
13 Uhr Eröffnung (via social media zu verfolgen)
14 Uhr Pressekonferenz
ca. 14:30 Uhr Performance: Solidarität mit den protestierenden FLINTA* in Polen, von Feministische Perspektiven, an der Frauenkirche

außerdem gibts vor Ort:
– eine Ausstellung über das Frauendorf Jinwar in Rojava von der interventionistischen Linken
– feministische Protestlieder singen

weiteres folgt…

Ohne gehts nicht.

Feminismus braucht Klimagerechtigkeit.
Klimagerechtigkeit braucht Feminismus.

One Struggle, One Fight!

Die Klimakatastrophe ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit!
Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen – die Klimakatastrophe ist längst Realität! Klimawissenschaftler*innen weisen seit 40 Jahren darauf hin, dass die Erdoberfläche wärmer wird. Dies hat weitreichende Folgen für alle Lebewesen auf der Erde.Eine Krise, gegen die wir mobilisieren müssen – keine Frage. Doch sind der Klimawandel und die aktuelle Klimapolitik eine Fortsetzung von Ausbeutung und bestehenden Ungleichheiten. Denn Fakt ist, nicht alle sind gleichermaßen von der Klimakatastrophe betroffen und nicht alle tragen gleichermaßen zur Klimakatastrophe bei. Die Erderwärmung ist von Menschen verursacht, aber eben nicht von allen.Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung sind für die Hälfte der Emissionen verantwortlich, die ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung nur für zehn Prozent.
Allerdings sind letztere am meisten von den Folgen des Klimawandels betroffen. Nicht nur, dass es aktuell die ärmsten Regionen bereits besonders trifft, auch ist es sehr stark von persönlichen Ressourcen abhängig, inwieweit sich Personen schützen und anpassen können. Weniger Geld, Rechte und Besitz haben in der Regel BIPoCs (Black, Indigenous and People of Color), geflüchtete Menschen, behinderte Menschen oder FLINTA*s (Frauen, Lesben, Inter-, non-binäre, Trans- und agender Personen).
Bestehende Ungleichheiten setzen sich im Klimawandel massiv fort, und patriarchale, rassistische und soziale Unterdrückungsverhältnisse werden verschärft. Und dies gilt nicht nur für die Folgen des Klimawandels, sondern auch für die Klimapolitik.Diejenigen, die am meisten betroffen sind und sein werden, sind nicht diejenigen, die aktuell die Entscheidungen treffen, wie mit der Erderwärmung umgegangen werden soll. Ein intersektionaler Blick ist daher notwenig, um die Klimapolitik zu gestalten!
Klimapolitik muss sich gegen gesamtgesellschaftliche, globale Verhältnisse durchsetzen, die mit Privilegien für meist weiße Menschen, männliche, heterosexuelle Menschen oder nicht-behinderte Menschen verbunden sind.
Feminismus und Klimagerechtigkeit zusammengedacht bedeutet, patriarchalen sowie allen anderen Formen von Unterdrückung zu trotzen. Es geht um einen Kampf gegen sämtliche Unterdrückungsverhältnisse: Solche zwischen FLINTA*-Personen und Cis-Männern, zwischen Arm und Reich, zwischen BIPoCs und weißen Menschen sowie zwischen Mensch und Natur. Der Kampf für Klima und Umweltschutz hat mit dem Kampf für Geschlechtergerechtigkeit Grundlegendes gemeinsam: Es handelt sich um Kämpfe gegen Ausbeutung und für gerechten Zugang zu Ressourcen. Und Ausbeutungsverhältnisse müssen in ihrer Verschränkung betrachtet und bekämpft werden!
Warum zum Beispiel werden viele nötige politische Entscheidungen, sei es ein Tempolimit, ein Böllerverbot oder die Reduktion von Fleisch, nicht getroffen? Die meisten Entscheidungen werden von weißen Männern getroffen. All diese klimaschädlichen Konzepte, die wir mit neuen Systemen überwinden müssen, sind Ausdruck einer gesellschaftlich etablierten und von klein auf erlernten toxischen Männlichkeit. Niemand wird mit dem Wunsch geboren, einen SUV zu fahren. Es geht um gesellschaftliche Verhaltenserwartungen, um Status, um Dominanz, um all das, was viele als „typisch männlich“ verstehen wollen. Und wenn wir diese systemische toxische Männlichkeit nicht überwinden, können wir lange darauf warten, bis die Herren (tatsächlich nur Herren) im Verkehrsministerium und sonstigen männerdomminierten Gremien wirklich progressive Politik betreiben.
Wir können Klimapolitik nicht unabhängig von Gerechtigkeitsaspekten denken – ein Kampf für eine lebenswerte Zukunft muss auch ein Kampf für Geschlechtergerechtigkeit sein!Wir können Feminismus nicht unabhängig von unserem Lebensraum denken – ein Kampf für ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben muss auch der Kampf für eine radikale Klimapolitik sein! Und radikale Klimapolitik und radikaler Feminismus müssen intersektional sein!

Kein Feminismus ohne Klimagerechtigkeit!
Keine Klimagerechtigkeit ohne Feminismus!



2 Gedanken zu „6. – 7. März ’21 | Feministisches Streikzelt ‚Lilacamp goes Klimacamp‘“

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