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1. Mai 2021 | LilaBlock zum feministischen Streik

Am Samstag waren wir auf der revolutionären 1. Mai Demonstration, die dieses Jahr bis zu 3000 Teilnehmende zählen kann! Wir sind bereits das 3. Jahr in Folge – auf der Demo zum internationalen Kampftag der Arbeiter*innen – im nun etablierten feministischen Block vor dem 2. Lautsprecherwagen mit der @interventionistischenLinken.

Umso mehr freut es uns, dass dieses Jahr, neben dem feministischen Streik, auch die Streikbewegung zur Klimagerechtigkeit beim Lila Lauti vertreten war – beim GrünLila Lauti mit @EndeGelände und FridaysforFuture! Denn ohne gehts nicht – die Klimakatastrophe ist die Krise eines patriarchalen, kapitalistischen und rassistischen Systems, das auf Ausbeutung und Unterdrückung basiert – Feminismus braucht Klimagerechtigkeit und Klimagerechtigkeit braucht Feminismus!

Außerdem waren im Anschluss an die Demo mit einem Infostand am Petry-Kelly-Platz beim dezentralen Straßenfest in Gostenhof beteiligt. Mit uns am Platz waren außerdem @interventionistischeLinke und @EndeGelände!

Vielen Dank @interventionistischeLinke für den GrünLila Lauti. Vielen Dank an das gesamte 1. Mai Bündnis, die diese riesen Demo auf die Beine gestellt haben!
Wir freuen uns, dass die Demo doch laufen konnte. Wir sind empört, dass dies nur dank Klage möglich war – wie in vielen anderen Städten bundesweit auch! Wir finden es richtig mit Maske und Abstand für die Themen auf die Straße zu gehen, die sich in der Krise massiv verschärfen – soziale Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten und Unterdrückungsmechanismen!

Wir finden es wichtig am revolutionären 1. Mai, am weltweiten Kampftag der Arbeit, mit einem explizit feministischen Block sichtbar zu sein, denn wenn wir von Arbeit sprechen, meinen wir nicht nur die Arbeit im Sinne der Lohnarbeit: Wir meinen auch, oder gerade besonders diejenige Arbeit, die im Kapitalismus unsichtbar gemacht wird. Wir meinen jene Arbeit, die seit Jahrhunderten nach patriarchalen Rollenbildern ‚Frauen‘ zugeschrieben und noch immer zu fast 100% von FLINTA* Personen geleistet wird. Wir sprechen von der unbezahlten Care-arbeit, der Reproduktionsarbeit, die ins private gedrängt wird, wie putzen, kochen, waschen, Organisierung des Familienalltags, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und viele Arbeiten mehr. In der Krise wird diese ungerechte Verteilung der Arbeit noch einmal besonders deutlich. Wir fordern, dass Care-Arbeit nicht nach rassistischen, geschlechtlichen oder klassenbezogenen Strukturierungen verteilt wird! Wir fordern eine Umverteilung und Anerkennung von Care-Arbeit!
Feuer und Flamme dem Patriarchat! Auf der Straße und privat!

Dieses Jahr – ganz im Sinne von #KämpfeVerbinden – trugen wir unseren Protest gemeinsam als Klimagerechtigkeitsbewegung & als feministische Bewegung auf die Straße. Gemeinsam im Kampf für eine Welt, die nicht einer kapitalistischen Logik folgend Menschen und ihre Lebensgrundlagen ausbeutet. Gemeinsam, weil die Klimagerechtigkeit ein Ziel unserer feministischen Revolution sein muss. Denn, in der Klimakatastrophe verschärfen sich massiv die bereits bestehenden gesellschaftlichen Ungleichheiten und patriarchale, rassistische und soziale Unterdrückungsverhältnisse setzen sich weiter fort.
Die Klimakatastrophe sowie FLINTA*feindliche Strukturen sind dabei keine plötzlichen Naturereignisse, sondern die Folge menschlichen Handelns das auf Machtverhältnissen basiert. Dass Machtverhältnisse durch menschliches Handeln veränderbar sind, haben bereits an so vielen Momenten in der Geschichte soziale Bewegungen immer wieder bewiesen. Deshalb: lasst uns zusammenschließen und Kämpfe verbinden, lasst uns solidarisch sein, denn wir sind viele und wir werden wachsen bis wir eines Tages ernsthaftig die Machtfrage stellen und diese für uns beantworten können! Lasst uns die Machtverhältnisse ins wanken bringen, lasst uns streiken für Feminismus und Klimagerechtigkeit!

Hier unser Aufruf zum #LilaBlock für einen feministischen Streik

Warum Arbeitskampf nur feministisch geht.

Feministisch streiken gegen Kapitalismus und Patriarchat!

Wir wollen zeigen, dass der Arbeitskampf uns ganz besonders betrifft und dass ein revolutionärer 1. Mai nur feministisch geht.Nur wenige der Menschen, die Care-Arbeit leisten, werden dafür bezahlt. Viel größer ist die Zahl derjenigen, die tagtäglich unbezahlte Care-Arbeit leisten. Also zum Beispiel putzen, kochen, Wäsche waschen, Kinder betreuen, Angehörige pflegen und Verantwortung für andere Menschen übernehmen. Das sind zum allergrößten Teil FLINTA*-Personen. Ein großer Teil unserer Arbeit geschieht somit in den eigenen vier Wänden. Er wird ins Private verlegt, unsichtbar gemacht und oft gar nicht als „richtige“ Arbeit anerkannt. Das bisschen Haushalt, so die Erzählung, macht sich doch von allein. Neben dem „bisschen Haushalt“ gehen zahlreiche FLINTA*s ganz im Sinne der kapitalistischen Verwertungslogik auch noch einer Lohnarbeit nach. Sie sind damit einer Mehrfachbelastung ausgesetzt, die sich im letzten Jahr extrem zuspitzt hat. Da sich das Leben derzeit vor allem in den eigenen vier Wänden abspielt, müssen viele FLINTA*s neben der Lohnarbeit nun noch mehr unbezahlte Care-Arbeit, z.B. in Form von Homeschooling oder Kinderbetreuung, übernehmen.Was die Lohnarbeit angeht, so sind FLINTA*s häufig von schlechter Bezahlung, schlechten Arbeitsbedingungen, Arbeitslosigkeit und Altersarmut betroffen. Das gilt insbesondere für geflüchtete und migrantisierte FLINTA*s sowie be_hinderte FLINTA*s. Prekäre Lebenssituationen spitzen sich durch die Krise und die Krisenpolitik zu, Klassenunterschiede werden verschärft.Der 1. Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiter*innenklasse. Wir sagen: Weil FLINTA*s in Sachen Arbeit einer massiven Mehrfach- und Mehrbelastung ausgesetzt sind, kann der 1. Mai nur ein feministischer 1. Mai sein. Und das gerade in Zeiten von Corona, in denen FLINTA*s noch mehr als sonst durch patriarchale kapitalistische Strukturen ausgebeutet und unterdrückt werden. Wir fordern eine Umverteilung und Anerkennung von Care-Arbeit sowie gleiche Versorgung und gute Arbeitsbedingungen für alle!
Weil wir glauben, dass diese Forderungen innerhalb der bestehenden Verhältnisse nicht umsetzbar sind, rufen wir außerdem zum Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus auf! Wir wollen als FLINTA*s mit unseren eigenen Kämpfen und Forderungen sicht- und hörbar sein.Dafür brauchen wir keine Macker, die unsere Stimmen überbrüllen und den Block dominieren. Wir wollen als FLINTA*s auf der Demo sichtbar und laut sein und den Raum einnehmen, der uns zusteht. Wir wollen als FLINTA*s stark und kämpferisch sein und unseren Forderungen Ausdruck verleihen. Wir wollen zeigen, dass wir uns als FLINTA*s zusammenschließen und solidarisieren im Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus. Wir wollen zeigen, wer die ganze Arbeit macht – auch die Arbeit für den lila Block. Wir wollen zeigen, dass der Arbeitskampf unser Kampf ist. Kein Arbeitskampf ohne Feminismus, kein Feminismus ohne Arbeitskampf! Auch und gerade jetzt!

Achter März ist aller Tage – das ist eine Kampfansage!



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